Neulich auf der Weide 1. Teil

Neulich auf der Weide … Inzwischen gibt es ja schon einige interessante Gespräche zwischen den Protagonisten einiger Bücher, die im Tribusverlag erschienen sind. In den „Stammtisch“-Gesprächen wird so manches offenbart und beim Leser für die ein oder andere Überraschung sorgen, sofern er die Bücher kennt, oder ihn vielleicht neugierig machen, wenn noch nicht. Was ist aber mit den Kinderbüchern? - Haben sich die Autoren und Autorinnen gefragt. ... ...

Neulich auf der Weide 1. Teil

Neulich auf der Weide … … …

Inzwischen gibt es ja schon einige interessante Gespräche zwischen den Protagonisten einiger Bücher, die im Tribusverlag erschienen sind. In den „Stammtisch“-Gesprächen wird so manches offenbart und beim Leser für die ein oder andere Überraschung sorgen, sofern er die Bücher kennt, oder ihn vielleicht neugierig machen, wenn noch nicht.
Was ist aber mit den Kinderbüchern? –Haben sich die Autoren gefragt. Treffen sich denn die kleinen Geschöpfe auch? … Um das herauszufinden haben sich Annabel Salhi und Manuela Maer auf die Lauer gelegt und Erfreuliches festgestellt. Das Schäfchen – Bekannt aus dem Buch Das kleine Schäfchen in der großen Stadt von Annabel Salhi und das Glühwürmchen, welches in einer Geschichte von Manuela Maer im  Charity-Tier-Kinderbuchprojekt zu lesen ist – haben sich auf einer Weide getroffen … nun seht selbst … … …

Schäfchen: „Hey Glühwürmchen, du siehst traurig aus. Was ist denn los?“
Glühwürmchen: „Ach ,... lass mich,..“

(Sagt es und dreht sich schmollend zur Seite)

Schäfchen: „Mäh. (Senkt den Kopf) Komm schon, erzähl mir wieso du so niedergeschlagen bist. Vielleicht kann ich ja helfen! Das kann ich nämlich ganz toll.“
Glühwürmchen: „Wie kommst du darauf, dass du mir helfen kannst... und wer bist du überhaupt? Dich habe ich hier auf der Weide noch nie gesehen?“​​​​​​​
Schäfchen: „Ich bin das kleine Schäfchen. Ich wohne hier! Ich hab schon ganz vielen geholfen, das kann ich total super! Zum Beispiel habe ich ein Vögelchen in sein Nest gesetzt und habe das kleine Fohlen wieder gesund gemacht!“
(Das Schäfchen blökt freudig.)

Glühwürmchen: „Soso,... das hast du also (nachdenklich) und nun glaubst du wohl, dass du allen auf der Welt helfen kannst.“
(Brummt ein bisschen und schaut das Schäfchen fragend an)

Schäfchen: „Vielleicht kann ich das ja auch! Meine Mama sagt, wenn ich nur daran glaube, dann kann ich alles schaffen!“​​​​​​​
Glühwürmchen: „Hmmm,... ich glaube nicht, dass du mir helfen kannst. Dazu müsstest du mir die Kraft zum Leuchten geben können... das kannst du nicht. … Weißt du, ich leuchte nämlich nicht mehr so arg wie meine Freunde und nun wollen sie nicht mehr mit mir spielen.

(Schnieft ein wenig.) Und das stimmt mich traurig... also geh und lass mich in Ruhe.“

Schäfchen: „Sei doch nicht so negativ, Glühwürmchen! Mir fällt da mit Sicherheit was ein!​​​​​​​
Glühwürmchen: „Soll ich etwa Gedichte schreiben? Damit mich meine Freunde wieder mögen? Es ist so deprimierend, dass sie in der Nacht herumfliegen und Leuchten... und ich kann das nicht mehr.“​​​​​​​
Schäfchen: „Huch, Gedichte? Wie kommst du denn darauf...? Aber wenn du es schon sagst... es war einmal ein Wurm, der leuchtete im Sturm...“​​​​​​​
Glühwürmchen: (Hebt sich die Ohren zu)... „NIIIIICHT,... hör auf,... ich habe das nicht ernst gemeint. Das wird nicht helfen (kleinlaut) Meine Freunde mögen gar keine Gedichte.“​​​​​​​
Schäfchen: „Oh. Achsooo. Schade. Dichten kann ich nämlich mindestens genauso gut wie helfen! Oder singen. Singen geht auch... Eeees war einmal ein Würmchen, das leuchtete im Stürmchen.“ (singt blökend)

(Jetzt muss das Glühwürmchen Lachen.)
Glühwürmchen: „Na sing lieber nicht... sonst verscheuchst du alle hier. … Letztens hat mich eine Raupe angesprochen, aber ich weiß nicht, ob ich ihr vertrauen soll... sie hat gemeint, ich soll mit ihr kommen und einfach neue Freunde treffen. … was denkst du?“​​​​​​​
Schäfchen: „Löst das denn dein Leuchtproblem?“ (Schaut neugierig.)​​​​​​​
Glühwürmchen: „Wohl nicht,.. aber die Raupe meinte, wenigstens wäre ich nicht mehr alleine... meine Freunde haben sich so sehr über mich Lustig gemacht, weil meine Lampe nicht mehr tut, (streckt sein Hinterteil zum Schaf und deutet drauf),.. was, wenn die NEUEN Insekten mich auch hänseln? … Deswegen bin ich bisher nicht mitgegangen.“

(Schaut wieder traurig.)

Schäfchen: „Du solltest mit der Raupe gehen. Wenn du Angst hast, komme ich gerne mit.“​​​​​​​
Glühwürmchen: „Ich habe sogar sehr große Angst davor, wenn ich ehrlich bin, deswegen bin ich auch wohl immer so schlecht gelaunt. … Hmmm,.. dann muss ich wohl warten, bis die Raupe wieder kommt, ich weiß leider gar nicht, wo sie sich aufhält.“
(Das Käferchen summt.)

Schäfchen: „Wo ungefähr hast du die Raupe denn getroffen? Hier auf der Weide?“ (Das Schäfchen schnaubt.)​​​​​​​
Glühwürmchen: „Nein, drüben am Waldrand, da wo die vielen Büsche sind... nicht weit entfernt davon, wo meine Freunde - die es jetzt nicht mehr sind - in der Nacht herumfliegen und Leuchtspiele machen.“​​​​​​​
Schäfchen: „Dann komm, setz dich auf meine Nase. Wir machen uns auf die Suche nach der Raupe.“​​​​​​​
Glühwürmchen: „Ohh,... das würdest du tun?... Ist dir das nicht zu weit, oder zu gefährlich?“​​​​​​​
Schäfchen: „Ach nein, ich bin sehr abenteuerlustig! Letztens zum Beispiel war ich sogar im Wald und habe ein Reh getroffen!“

(Das Glühwürmchen kuckt jetzt ganz betroffen),...

Glühwürmchen: „Es tut mir leid, dass ich vorhin so unfreundlich war... Ich bin einfach so arg von meinen Freunden enttäuscht.“
(Ssssssssss setzt sich auf die Nase des Schäfchens)

Schäfchen: „Das kann ich verstehen, ist ja auch echt fies! ... Huch, das kitzelt!“​​​​​​​
Glühwürmchen: „Ich versuche ganz vorsichtig zu sein,... Da,.. siehst du da vorne diese große Tanne,... links davon, diese Heidelbeerbüsche, da sitzen die ganzen Glühwürmchen drinnen,... und weiter rechts, da hab ich die Raupe getroffen.“​​​​​​​
Schäfchen: „Ah, du scheinst dich zu erinnern! Dann lass uns da mal nachschauen...“
(Läuft eilig auf den Wald zu.)

Glühwürmchen: „Ja,.. jetzt wo ich darüber nachdenke,... ich glaube sogar... das da ganz viele gelbe Butterblumen waren, das finden wir doch... oder...?“​​​​​​​
Schäfchen: „Ich sehe sie bereits leuchten! Da...dort hinten!“​​​​​​​
Glühwürmchen: „Ja,.. aber mach einen großen Bogen um sie herum... ich will sie nicht sehen. Sie machen sich nur wieder über mich Lustig.“​​​​​​​
Schäfchen: „Flieg doch vor mir her und ruf mal nach der Raupe. Kannst du dich an ihren Namen erinnern?“​​​​​​​
Glühwürmchen: „Hmmm,.. ich rufe sie einfach Raupe,... RAUUUPEEEEE … Haaaalllooo,... Rauuuupeeeee.“​​​​​​​
Schäfchen: „Ich glaube ich habe ein zartes Stimmchen gehört.“​​​​​​​
Raupe: "Hallo Glühwürmchen, was rufst du denn so laut?"
Glühwürmchen: „Ich habe dich gesucht,... ich habe mich entschieden, doch mit dir mit zu gehen.“
Raupe: "Das freut mich, und die anderen wird es sicherlich auch freuen. Wen hast du denn da dabei?"
Glühwürmchen: „Das ist Schäfchen, es hat mir Mut gemacht, dass ich doch mit dir mitgehen soll.“
Raupe zu Schäfchen: "Es freut mich, deine Bekanntschaft zu machen."​​​​​​​
Schäfchen: „Hallo Raupe!“
(schüchtern)

Raupe: "Gut, dass du dem Glühwürmchen Mut gemacht hast. Es wird ihm gut tun und ich kann Hilfe gebrauchen. … Vielleicht sieht man sich mal wieder??“​​​​​​​
Glühwürmchen: "Ja,.. vielen Dank"
(Es fliegt auf Schäfchens Nase und drückt es herzlich.)

Schäfchen: „Ich habe dir gern geholfen, Glühwürmchen. Ich würde mich freuen, dich wiederzusehen.“​​​​​​​
Glühwürmchen: „Ich komm dich besuchen,... versprochen!“​​​​​​​
Schäfchen: „Bring dann deine neuen Freunde mit, ja?“​​​​​​​
​​​​​​​Glühwürmchen: „Das kann ich machen,... wenn sie sich nicht vor dir fürchten... Du willst doch sicherlich wissen, wie es mir ergeht,... ich komme dann, und erzähle es Dir. Also mach’s gut...“
(Glühwürmchen winkt mit flackerndem Licht)

Schäfchen: „Mach´s gut, Glühwürmchen! Es war einmal ein Würmchen, das glühte auch im Stürmchen.“
(Das Schäfchen singt beim Gehen)

...
Da haben wir es. Auch diese kleinen drolligen Geschöpfe treffen sich, wenn vielleicht auch nur durch Zufall. Und noch schöner – wenn sie sich gegenseitig helfen können…
Danke fürs Reinlesen.

Eure Annabel Salhi und Manuela Maer